Reflexionsmethoden für Lehrer und Schüler und Tipps für ihre Durchführung in der Grundschule

Reflexionsmethoden für die Grundschule helfen uns Lehrern dabei, ihren Unterricht sinnvoll und effektiv zu gestalten. Denn Pädagogen können damit nicht nur überprüfen, ob die Schülern den gerade erlernten Stoff mit den angewandten Methoden verstanden und verinnerlicht haben. Mit diesen pädagogischen Werkzeugen kann der Erfolg oder Misserfolg einer Schulstunde ergründet werden.

Gedanken und Tipps zu Reflexionsmethoden in der Grundschule

Ich möchte euch die wichtigsten Aspekte der Reflexion in der Grundschule näher bringen und euch wertvolle und bewährte Tipps dazu geben. 😍😍😍

Schüler und Lehrer reflektieren gleichermaßen

Hinter dem Ausdruck Reflexion verbergen sich ganz verschiedene Themen und Methoden. Denn wir Lehrer können einerseits unsere Schüler über ein bestimmtes Thema oder Ereignis reflektieren lassen. Andererseits können Lehrkräfte und Erzieher auch über ihrer eigenen Arbeit reflektieren. Das bedeutet, dass Reflexion in der Schule, aber auch im Kindergarten stattfindet. Sie ist eigentlich überall zu finden.

Schüler und Lehrer reflektieren gleichermaßen

Reflexion mit Kindern üben

Die Fähigkeit zur Reflexion kann mit Kindern geübt werden, aber Lehrkräfte sollten dabei sehr behutsam vorgehen. Wenn Kinder in die Vorschule gehen, kann ein wiederholtes Prozedere der Reflexion mit den zuständigen sozialpädagogischen Lehrkräften stattfinden. Aber auch im Kindergarten und in der Kita findet Reflexion bereits permanent Anwendung.

Warum sollten Lehrer über Schulstunden reflektieren?

Der Sinn und die Wichtigkeit der Reflexion in der Schule

Insbesondere junge Lehrer sollten in ihren abgehaltenen Schulstunden planmäßig vorgehen. Denn eine solche Schulstunde hat nun einmal nicht mehr als 45 Minuten. In diesen 45 Minuten soll den Kindern Schulstoff vermittelt werden, der auf dem Lehrplan steht. Dies soll in effektiver und dennoch für alle Beteiligten angenehmer Atmosphäre stattfinden. Allerdings sind nicht alle Schüler und alle Klassen gleich. Auch können das Wetter, der Wochentag oder die Uhrzeit bei der effektiven Vermittlung von Lerninhalten eine Rolle spielen. 🌞❄☂🌈

Der Sinn und die Wichtigkeit der Reflexion in der Schule
Der Lehrer/ die Lehrerin plant die Schulstunde bis ins kleinste Detail. Bei der Verdeutlichung eines Themas oder einer Problemstellung bedient er/sie sich bestimmter Hilfsmittel.

Diese Hilfsmittel können ganz verschiedener Art sein. Sehr oft ist es in der Schule visuelles, hörbares oder greifbares Anschauungsmaterial. Nicht immer aber verläuft eine Schulstunde planmäßig. Insbesondere dann, wenn der junge Lehrer noch im Referendariat ist, neigt er zu Übereifer. Das merken die Schüler schnell und oft läuft die so sorgfältig geplante Schulstunde dann aus dem Ruder.

Reflexionsmethoden für Pädagogen

Neben den Lehrern sind es natürlich auch Erzieher, die sich ähnlicher Methoden bedienen. Denn ihr ganzes Handeln sollte zielgerichtet sein und es dient immer bestimmten Zwecken. Diese Zwecke unterscheiden sich bei Lehrern und Erziehern ein wenig. Sehr oft überschneiden sich die angestrebten Ziele dieser beiden pädagogischen Fachkräfte aber auch.

1. Die Gruppe steht im Vordergrund

Im erzieherischen Bereich liegt der Schwerpunkt ja nicht auf der Vermittlung von schulischem Stoff. Hier steht die Gruppe im Vordergrund, die gemeinsam Projekte durchführt. Doch der Erzieher reflektiert nicht nur auf das jeweilige Projekt bezogen.

2. Reflexion und Flexibilität sind gefragt

Während der Lehrer Schulstoff vermittelt, sieht der Erzieher seinen diesbezüglichen Schwerpunkt in der Projektarbeit. Daneben muss er äußerst flexibel auf aktuelle Ereignisse und Probleme eingehen. Auch die Förderung der sprachlichen Kompetenz obliegt nicht nur dem Lehrer, sondern auch dem Erzieher in der Kita, dem Hort, dem Kinderheim oder in der Freizeitstätte.

Reflexion und Flexibilität sind gefragt

3. Einrichtungen in sozialen Brennpunkten

Sehr oft ist er gerade in Einrichtungen sozialer Brennpunkte damit beschäftigt. Auch in der Vorschule ist er diesbezüglich tätig, wo er Kindern für den Übergang von Kita zu Schule Brücken baut. Reflexion und Flexibilität sind für den Erzieher Werkzeuge, deren er sich ständig bedient.

4. Beim Erzieher stehen Alltagskompetenz und soziale Kompetenz im Vordergrund

Reflexion ist für ihn sozusagen das tägliche Brot. Sie findet einerseits auf ein wie auch immer geartetes Projekt hin statt. Andererseits muss er auf aktuelle Ereignisse bezogen reflektieren. Und schließlich reflektiert er nach einem Arbeitstag über dessen Ablauf. Bei diesem Erzieher stehen Alltagskompetenz und soziale Kompetenz absolut im Vordergrund.

5. Selbst-Reflexion

Kinder verbringen gerade in der Kindertagesstätte und im Hort einen Großteil ihrer Zeit. Genau wie der Lehrer in der Grundschule kann der Erzieher seine Methoden, sein Zeitmanagement und die Erfolge oder Misserfolge selbst reflektieren und sie in seine künftige Arbeit mit einfließen lassen. 💛💛💛

Reflexionsmethoden für Studenten

Reflexion ist die wichtigste Grundlage für ein reibungsloses Zusammenleben in erzieherischen Institutionen, in der Familie und der Gesellschaft allgemein. Auch für Studierende sind Reflexionsmethoden ein wichtiges Hilfsmittel, um ihr Studium reibungslos über die Bühne zu bringen. Dass stures Zuhören alleine nicht den gewünschten Erfolg bringt, wissen wir nun alle.

1. Erlerntes zeitnah reflektieren

Davon ist auch ein Studium nicht ausgenommen. Denn gerade dann, wenn viel gelernt werden muss, sollte das Erlernte regelmäßig und zeitnah reflektiert werden. Ich habe euch ein PDF verlinkt, in dem ihr ein gutes Beispiel für zeitnahe Reflexion für Studierende im Seminar findet. 😎👍📘

2. Zukünftige Lehrer und das Reflexionsportfolio

Universitäten setzen beim Studium auf ein umfassendes Reflexionsportfolio. Von Beginn an beschäftigen sich Studierende auf Lehramt mit ihrem Ordner. Es geht darin nicht nur um persönliche Zusatzqualifikationen, sondern auch um Ziele und Erwartungen an das Studium. Das Reflexionsportfolio beinhaltet einen Pflichtteil und einen frei gestaltbaren Teil.

Zukünftige Lehrer und das Reflexionsportfolio

3. Umfassendes Portfolio

Eine Übersicht über Klausuren und Lernziele, Prüfungen und ein privater Teil vervollständigen dies umfassende Portfolio. Nun ist eine solche Mappe für Studierende durchaus nichts Ungewöhnliches an Universitäten. Mir hat aber dieses Beispiel sehr gut gefallen, da es die Absicht und den Hintergrund einer jeglichen Reflexion anschaulich verdeutlicht.

An die Lehrer, Erzieher und Studenten unter euch! Habt ihr eigene Methoden der Reflexion entwickelt, um Lernerfolge oder pädagogische Erfolge und Misserfolge zu ergründen? Welcher Tools bedient ihr euch dabei und wie geht ihr genau vor? Schreibt mir gerne in einem Kommentar dazu eure Anregungen!

Liebe Grüße – eure Emma💋

Die wichtigsten Regeln der Reflexion

Um die Reflexion in euer Klasse einfach und effektiv zu halten, schlage ich vor, die folgenden Regeln zu lesen.

1. Reflexion beginnt im privaten Bereich

Selbstverständlich gibt es viele Arten und Gelegenheiten für Reflexion. Diese beginnt im privaten Bereich, wenn wir am Abend den Tag an uns vorbei ziehen lassen. Was war gut und was war schlecht an diesem Tag? Haben wir uns in der Familie, im Job oder in der Öffentlichkeit richtig verhalten?

Reflexion beginnt im privaten Bereich

Was können wir morgen besser machen? Und was sind unsere zeitnahen Ziele? Was möchten wir auf längere Sicht hin erreichen und welchen Weg müssen wir dabei einschlagen? All diese Fragen lassen sich auf spezifische Themen und Bereiche übertragen. Ob für Studenten, Erzieher oder Lehrer: Es gibt wichtige Regeln für Reflexion.

2. Schüler mit Impulskarten reflektieren lassen

Bereits in der Grundschule können Kinder lernen zu reflektieren. Ein sehr wichtiges Hilfsmittel für die Reflexion sind vorgefertigte Impulskarten. Diese gibt es im Handel zu erwerben oder der Lehrer stellt sie selbst her. Unter dem unten eingefügten Link findet ihr Impulskarten, die mir persönlich sehr gut gefallen haben.

Im Video wird erklärt, wie diese Impulskarten funktionieren. Es sind 88 Karten, mit denen die wichtigsten Gefühle und Meinungen zu einem schulischen Thema ausgedrückt werden können. Für Lehrer in der Grundschule ist die Anwendung dieser Karten nicht nur sehr aufschlussreich, sondern auch sehr nützlich. 📘🖋✂

3. Reflexion als fortlaufender Prozess

Das Reflektieren in der Grundschule sollte aber keineswegs zu einem allzu starren Ritual ausarten. Die Impulskarten können auch bei Bedarf eingesetzt werden. Das mache ich mit meiner Klasse manchmal, wenn aus irgendeinem Grund Unruhe herrscht. Ganz für mich im Stillen nenne ich sie auch nicht Impulskarten, sondern es sind meine Zauberkarten. Denn meine Schüler legen eine große Ernsthaftigkeit an den Tag, wenn ich die Karten aus dem Schrank hole.

Reflexion als fortlaufender Prozess
Ich fand eine gute Karte auf der Website betzold.ch 👍

Sie mögen es, wenn wir die Karten auch zur Konfliktlösung nutzen. Dazu suche ich mir bestimmte Impulskarten heraus. Ich habe allerdings auch einen Satz eigener Karten, die ich selbst konzipiert habe. Ich nutze Reflexion also in einem fortlaufenden Prozess und ohne allzu starre Regeln.

4. Verbale Reflexion unterliegt Regeln

Es gibt zwar ein paar Grundregeln, die in der Gruppe bezüglich der Reflexion eingehalten werden sollten. Aber in der Auslegung dieser Regeln ist jeder Lehrer oder Erzieher völlig frei. Ob nun ein Stuhlkreis gebildet wird oder der Pädagoge eine Kerze anzündet, ist egal. Es kann auch Tee getrunken oder Obst gegessen werden. Wichtig ist, dass bei der Reflexion alle die gleichen Rechte haben.

Jeder darf ausreden und jeder hat dafür die gleiche Zeit zur Verfügung. Schüchterne Kinder werden ermuntert, ebenfalls ihre Meinung zu sagen. In dieser Beziehung lasse ich mich auch auf keine Ausnahmen ein. Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sind wichtige Regeln der Reflexion in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

5. Stille Reflexion

Neben der verbalen Reflexion und der Reflexion mit Karten gibt es auch noch die Möglichkeit der stillen Reflexion. Dabei geht jeder in sich und denkt über das Thema oder das Problem nach. Natürlich eignet sich diese Art der Reflexion nicht für die Grundschule, sondern eher für Studenten. Es gibt aber eine Variante stiller Reflexion, die auch mit Kindern durchgeführt werden kann. Dann nämlich, wenn die Schüler zunächst in sich gehen und sich Gedanken zu einem Thema machen. Damit ist es natürlich nicht getan, denn wir wollen ja eine Reaktion hervorrufen.

6. Reflexion und Geschichten ausdenken

Eine Möglichkeit, insbesondere schüchterne Kinder aus der Reserve zu locken, sind Geschichten. Diese Geschichten sollen sie sich nach stiller Reflexion ausdenken und zu Papier bringen. Jüngere Schüler, die noch nicht lesen und schreiben können, dürfen Bilder malen. Diese Bildergeschichten sind oftmals sehr aufschlussreich.

Reflexion und Geschichten ausdenken

Sie eignen sich auch sehr gut, um Ruhe in den Klassensaal zu bringen, wenn darin ein Problem aufgetaucht ist. Ich mache das, wenn etwas Zeit da ist, mit meiner Klasse immer wieder gerne. Mir ist dabei aufgefallen, dass es gerade die sehr introvertierten Kinder sind, die sehr schöne und ausdrucksstarke Bildergeschichten malen. Ich ermutige sie immer wieder dazu, aus sich heraus zu gehen.🎈🎃🎀

7. Reflexion und Geschichten aufschreiben

Mit größeren Kindern kann die stille Reflexion auch variiert werden. Dann können die Schüler zunächst in sich gehen und sich auf ein ganz bestimmtes Thema konzentrieren. Danach schreiben sie eine Geschichte nieder. Sehr gut funktioniert das Ganze auch mit Stichworten.

Reflexion und Geschichten aufschreiben
Habt ihr auch bemerkt, dass die Lehrerin auf den Bildern an mich erinnert?😁😁😁

Dann gebe ich meinen Kindern kein Thema vor, sondern einfach nur drei oder vier Stichwörter. Ich lasse sie darüber nachdenken und danach ihre Gedanken dazu malen oder aufschreiben. Alternativ dazu können sie ihre Geschichten natürlich auch erzählen.

Fazit

Reflexion und Selbst-Reflexion sind in der pädagogischen Arbeit unverzichtbar. Doch sie werden nicht nicht nur als Tools eingesetzt, um Kindern Kompetenzen zu vermitteln und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Auch die Pädagogen selbst sollten regelmäßige Reflexion betreiben. Reflexion und Selbst-Reflexion sind unverzichtbar und es gibt keine andere Methode, durch die sie ersetzt werden können.

EmmaNeumann/ Autorin

Liebe Kollegen und liebe User!
Mein Name ist Emma und ich bin seit einigen Jahren mit wachsender Begeisterung Grundschullehrerin.
Zu meiner Leidenschaft für Pädagogik gesellt sich eine weitere: Ich interessiere mich sehr für Technik und für Technologien. Diese Hilfsmittel setze ich, sehr überlegt und ausgewogen, immer wieder gerne bei meiner Arbeit ein.

Comments: 2
  1. Kerstin

    Hallo Emma! Mein Name ist Kerstin und ich bin 20 Jahre alt. Ich studiere in NRW auf Lehramt. Auch unsere Universität legt großen Wert auf Reflexion eines Themas, der Vorlesung, einzelner Semester und des gesamten Studiums. Ich sehe das als Übung für meine spätere pädagogische Arbeit. Ich mag, by the way, Deine liebevoll gestaltete Seite und bin oft hier!

    1. EmmaNeumann (author)

      Liebe Kerstin, vielen Dank, dass Sie meine Website verfolgen, es ist mir sehr angenehm❤❤❤ Ich bin sicher, du wirst in Zukunft ein großartiger Lehrer sein!

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